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VORSICHT: GIARDIEN!

Zur Zeit häufen sich in unserer Praxis Durchfallerkrankungen bei Hunden und Katzen. Jahreszeitlich bedingte Infektionen können dabei genauso die Ursache sein wie Futtermittelunverträglichkeiten und Befall mit Parasiten. Auffällig gehäuft treten zur Zeit Infektionen mit Giardien, einzelligen Darmparasiten, auf. Jungtiere sind dabei sehr häufig betroffen. Diese Infektionen können ausgesprochen hartnäckig sein, daher sollte die Therapie sehr konsequent vorgenommen werden.

Die Giardien sind mikroskopisch kleine einzellige Parasiten, die sich an der Darmschleimhaut festsetzen und somit die Verdauung massiv beeinträchtigen. Die Nährstoffe aus der Nahrung können von den Darmzotten nicht resorbiert und in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Die Folge sind breiige bis zum Teil wässrige Durchfälle, die häufig mit Schleim und/oder Blut vermengt sind. Die Tiere haben häufig trotz des Durchfalles ein ungestörtes Allgemeinbefinden und großen Hunger, da durch die gestörte Verdauung von der Nahrung nicht viel im Körper bleibt. Ein längerer Befall mit Giardien kann die Darmschleimhaut so zerstören, dass dauerhafte Verdauungsprobleme wie Futtermittelunverträglichkeiten die Folge sein können.

Die Giardien sind fest an den Darmzotten verankert und scheiden mal mehr und mal weniger Zysten aus, die in der Umwelt je nach Temperatur und Feuchtigkeit mehrere Monate überleben und dadurch immer wieder zu neuen Infektionen führen können. Gerade wenn das Tier seinen Durchfallkot in den Garten absetzt, ist die Gefahr der Wiederansteckung über die orale Aufnahme der Zysten sehr groß.

Die Diagnose kann über eine Kotprobe mittels eines Schnelltestes bei uns in der Praxis innerhalb von 10 Minuten gestellt werden. Behandelt wird je nach Stärke des Befalles und der Symptomatik mit bestimmten Antiparasitika, die über mehrere Tage oft in mehreren Behandlungszyklen verabreicht werden. Da Giardien hochgradig ansteckend sind, müssen immer alle Tiere im Haushalt gleichzeitig behandelt werden. Parallel dazu sollte in der Regel ein leichtverdauliches Futter gefüttert werden, damit der Darm möglichst wenig belastet wird.

Der Erfolg der Therapie muss immer kontrolliert werden. Das geschieht am besten, indem eine erneute Kotprobe 5 Tage nach der letzten Medikamenteneingabe auf Giardien untersucht wird. Ist diese Probe negativ, war die Therapie erfolgreich. Treten später wieder ähnliche Symptome auf, handelt es sich um eine Wieder¬ansteckung. Wird mit einer Kontrollprobe zu lange gewartet und ist diese dann positiv, kann nicht genau gesagt werden, ob die Therapie nicht gewirkt hat, oder ob es sich um eine Wiederansteckung handelt. Parallel zur medikamentellen Therapie sollte die komplette Umgebung möglichst heiß und mit viel mechanischem Druck (Dampfstrahler!) gereinigt werden. Da auch eine Ansteckung des Besitzers möglich ist, sollte hier u.U. auch eine Stuhlprobe untersucht werden.

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